Saison 2018

Langstrecken Schwimmen München an der Regattastrecke in Oberschleissheim

Ein mittlerweile traditionsreiches Rennen und für mich gerne der (etwas späte) Saisoneröffner ist das Langstrecken Schwimmen in der olympischen Regattastrecke in Oberschleissheim. Alexander Fricke bietet hier eine routinierte und zugleich sympathische Organisation, die von vielen lokalen Größen als Formtest über die 4,0 km und von vielen Novizen als genereller Test für das Wettkampfschwimmen außerhalb des Schwimmbeckens über 1,0 km genutzt wird.

Während die Regattastrecke in den letzten Jahren auch schon mal ziemlich kalt war, waren die Temperaturen dieses Jahr recht angenehm und gleichzeitig nicht so warm, dass auf den Neopren hätte verzichtet werden müssen. Die Sicht unter Wasser war allerdings ziemlich schlecht und durch die vielen Teilnehmer und die recht beengten Verhältnisse – das Feld hat kaum eine Möglichkeit, sich breiter aufzufächern – war das zumindest für mich ein Rennen, das visuell primär aus Füßen und Schaum bestand. Was in Teilen also etwas nervig ist, ist auf der anderen Seite für Teilnehmer mit etwas größeren Ängsten vor offenem Wasser ein Vorteil: das Ufer ist nie weiter als ein paar Meter entfernt und auch die Wassertiefe ist gering. Es besteht also jederzeit die Möglichkeit, das Rennen zu beenden, falls die Nerven oder die Arme mal nicht mitspielen. Für „Offenwasser-Anfänger“ ist die 1,0 km Distanz also ein ideales Testfeld!

Für mich selber war das Rennen die erste intensive Einheit der Saison. In der Regel trainiere ich im Alltag relativ locker und lang und ich nutze eher die Wettkämpfe, um mir Wettkampfschnelligkeit anzutrainieren. Somit war ich von meiner eigenen Zeit positiv überrascht: 52:33 über 4,0 km waren ein guter Saisoneinstand! In der Gesamtwertung war das der 10., in der Altersklasse der 3. Platz und somit absolut ein Grund zur Zufriedenheit!

Chiemgau Thermen Langstreckenschwimmen im Simssee

Die zweite Station war dieses Jahr für mich das Chiemgau Thermen Langstreckenschwimmen im Simssee Anfang Juli, das auch Teil des arena ALPEN OPEN WATER CUPS ist. Nachdem ich 2015 die 4,0 km geschwommen war und die Strecke für mich entscheiden konnte, bin ich dieses Jahr über die nominell 6,0 km an den Start gegangen. „Nominell“ weil sich ziemlich bald rausstellte, dass die Strecke mit 6,5 km insgesamt 500 m zu lang war.

Während ich, vom Triathlon kommend, eher zu den 4,0 km tendiere, hatte ich mir dieses Jahr als Vorbereitung auf die Bodenseequerung die 6,0 km auf den Plan geschrieben. Da diese Distanz damit eben auch nicht meine Heimatdistanz ist, war die Wettkampfvorgabe ganz einfach: Schwimmen und schauen was auf der letzten Runde (von drei Runden) passiert. Und das ist ziemlich gut aufgegangen. Die Wassertemperaturen waren angenehm, mit 21°C genau richtig für das Schwimmen mit Neopren. Ich hatte mich ganz bewusst am Rande des Startfelds positioniert und konnte dann einen großen Teil des Rennens alleine und unabhängig schwimmen. Die erste Runde verlief entsprechend der Planung ganz entspannt (mit kurzem Schrecken an der ersten Zeitnahme darüber, WIE entspannt das war, da wusste ich ja noch nicht, dass die Strecke länger ist) während ich die Intensität auf den zweiten beiden Runden zunehmend gesteigert habe. Zum Schluss konnte ich das Tempo im Wesentlichen halten und die resultierenden 1h26:11 bedeuteten dann den 3. Platz in der AK und den 6. Platz im Gesamtfeld.

Freiwassercup Bayern, 2. Durchgang im Wörthsee

Geplant als Testlauf für die Bodenseequerung wollte ich beim Freiwassercup die 7,5 km schwimmen, um Angangstempo und Arme bei einer längeren Strecke zu testen. Tja…. geplant, vorbereitet… und dann zu Hause geblieben. Auch das gehört zu einer Wettkampfsaison: Gesundheit geht vor und manchmal muss man seine Pläne anpassen. Die zwei Wochen vor dem Start fühlten sich gesundheitlich nicht gut an und das Training musste ich entsprechend runterschrauben. Der Starttermin rückte näher, die Entscheidung wurde aber nicht einfacher. Sie fiel dann erst am Abend vorher, zwar schweren Herzens, aber doch mit Überzeugung. Wollte ich den Start am Bodensee nicht riskieren, brauchte ich jetzt keinen intensiven Wettkampf, sondern noch etwas mehr Ruhe…

Bodensee Openwater Querung von Friedrichshafen nach Romanshorn

Am darauffolgenden Wochenende zeigte sich dann, dass die Entscheidung, den Freiwassercup für mich ausfallen zu lassen, die richtige Entscheidung war. Die von Patrick Boche organisierte Bodensee Openwater Querung war bisher das Highlight dieser Saison. Mit dem Treffpunkt um 5h morgens an der Mole der Schlosskirche in Friedrichshafen fing der Tag früh an. Nach der Registrierung war dann kurz nach 6h der Start für die ca. 11 km lange Strecke. Nicht, dass man exakt sehen konnte, wo die Reise hingeht – das ist in der Morgendämmung auf die Distanz nicht einwandfrei möglich. Aber das ergab gleichzeitig eine Stimmung, die man selten erlebt und welche die ganze Verstaltung zu einem besonderen Erlebnis macht.

Definitiv ist es etwas anderes, diese Distanz (mehr oder weniger) vor sich zu sehen, als vier Runden mit Landgang in einem relativ kleinen See zu schwimmen. Gleichzeitig ist die Querung nicht als reiner Wettkampf organisiert, sondern legt besonderen Wert darauf, dass alle TeilnehmerInnen die größtmöglichen Chancen haben, die Querung auch durchzustehen. So muss sich jeder einer Geschwindigkeitsgruppe zuordnen (2,5 bis 4,0 km/h), der jeweils ein DLRG Boot zugeordnet wird und diese Gruppen sind dann auch gehalten, über die gesamte Distanz zusammen zu bleiben.  Diesem Reglement folgend, war ich dann Teil der 4,0 km/h Gruppe, die aus drei Leuten bestand und die dann tatsächlich nach etwa 2h47 Minuten in Romanshorn wieder an Land ging. Definitiv ein Erlebnis! Viel Spaß gemacht! Klare Wiederholungsgefahr!

Hier noch ein paar Eindrücke vom SWR!

Chiemsee-Langstreckenschwimmen in Übersee

Obwohl ich eigentlich den Plan hatte, die Saison nach der Bodenseequerung ausklingen zu lassen und den Restsommer auf dem Rad zu genießen, habe ich stattdessen spontan den Entschluss gefasst, die Form noch mit in den September zu nehmen. In Übersee fand nämlich noch das Chiemsee-Langstreckenschwimmen statt, das über 4,5 km von der Fraueninsel nach Übersee führt. Ein insofern besonderer Wettkampf, als der Start eben auf der Fraueninsel ist, zu der die Wettkämpfer/innen per Boot gebracht werden. Von dort wird dann auf geradem Weg nach Übersee geschwommen. Die ganze Kleidung bringt der Veranstalter per Boot wieder mit zurück!

Während der Tage vor dem Wettkampf und auch am Wettkampftag selber passierte dann das, was ich beim Schwimmen gar nicht so gut leiden mag: es wurde frisch, so um die 12°C Lufttemperatur. Ja, viele mögen das. Auch kaltes Wasser. Ich nicht. Gut, das Wasser war nicht dramatisch kalt, 19°C, Eisschwimmer würden womöglich überhitzen, aber bei mir werden die Arme unter 20°C einfach hart und es schwindet das Wassergefühl. Entsprechend war ich dann auch mit einer im Verhältnis eher mittelmäßigen Zeit unterwegs, d.h. etwa 1h01, was aber für den ersten Platz in der AK und den 8. Gesamtplatz gereicht hat. Ganz unabhängig davon, war es – wie immer bei Markus Füller – eine schöne und gut organisierte Veranstaltung mit guter Stimmung!

Hier der Link zur Veranstaltungsseite.