Die Offenwassersaison ist im vollen Gange, die Seen werden immer wärmer und wir nähern uns langsam der Hauptsaison im Triathlon bzw. den Schwimm-Cups der Offenwasserwettkämpfe. Zeit also, ein wenig intensiver über das Schwimmen in offenen Gewässern nachzudenken und vielleicht die ein oder andere Gewohnheit zu ändern – oder sich eine neue anzueignen.

Daher hier meine 10 Offenwasser-Tipps für dich. Dinge, die sich für mich im Laufe der Jahre als sinnvoll und hilfreich herausgestellt haben. Diese sind – ohne Berücksichtigung der Reihenfolge:

1.) Trainiere regelmäßig in deinem Stammsee. Offenwasser-Schwimmen ist wettkampfnäher und stellt eine andere Belastung dar als Beckenschwimmen. Idealerweise einmal pro Woche.

2.) Nimm immer eine Boje mit, um deine Sichtbarkeit zu erhöhen. Außerdem bietet sie Stauraum für ein Notfallgel oder auch den Autoschlüssel. Den am besten in einem extra Zipp Beutel verstauen.

3.) Auch wenn du im Becken keine Badekappe trägst, im Offenwasser macht sie Sinn. Am besten grell farbig, um auch dadurch deine Sichtbarkeit zu erhöhen.

4.) Gewöhne dir den Dreierzug an. Ja, darüber wird viel diskutiert, obwohl es dabei nichts zu diskutieren gibt. Der Dreierzug hilft dir, geradeaus zu schwimmen, da die Züge symmetrischer ausfallen und du weniger kraftraubende Orientierungsblicke brauchst. Du hast Probleme mit dem Dreierzug? Zu wenig Luft? Zur anderen Seite funktioniert es nicht? Melde dich bei mir, ich bringe es dir bei.

5.) Gewöhne dir den Dreierzug an, da eine Orientierung auch zur Seite funktioniert, z.B. wenn man die Uferlinie halten will. Zwei Seiten bieten mehr Orientierung als eine Seite.

6.) Es erhöht deine Orientierungsfähigkeit, wenn du vor dem Wettkampf die erste Wendeboje nicht nur von Land aus anpeilst, sondern wenn du eine senkrechte Linie von der Wendeboje zur Horizontlinie ziehst und dir dort einen Orientierungspunkt – Gipfel, Baumkrone, Kirche – suchst. Von der Wasserlinie aus kann so eine Wendeboje, gerade im Getümmel und bei Wellengang, plötzlich nicht mehr erkennbar sein.

7.) Orientierungsblicke unterscheiden sich nach Wellengang. Beim Standardblick gehen die Augen – nicht der Mund – kurz vor der Atmung kurz über Wasser. Das kann mit der Atmung zur Seite kombiniert werden. Atme dabei nicht nach vorne, immer zur Seite.

8.) Übe das Geradeausschwimmen, indem du im See einen Punkt anpeilst und dann ohne Orientierungsblick oder sogar mit geschlossenen Augen (vorausgesetzt du bist sicher, mit niemandem kollidieren zu können) 30 Sekunden schwimmst. Überprüfe und analysiere dann deine Abweichung von der Ideallinie.

9.) Um geradeaus zu schwimmen muss du nicht nach vorne schauen. Es gibt bei klarem Wetter Sonnenstrahlen unter Wasser und häufig genug eine Richtung des Wellengangs. Beides kann dir helfen, die Richtung nicht zu verlieren. Ich helfe dir gerne dabei, das zu üben.

10.) Auch die Belastungsintensität kann im Offenwasser gestaltet werden. Z.B. kannst du in deiner Uhr Distanzalarme einstellen und nach jeder Distanz die Intensität wechseln. Ich nenne das Wechselschwimmen und variiere dabei z.B. zwischen GA1 und GA1/2 Intensität.

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